Theater&Therapie

Foto: Angélique Préau

Über die therapeutische Wirkung von Theater 

Die Kunst des Theaterspielens fördert und stärkt den ganzen Mensch: Die Präsenz und Leichtigkeit des Körpers, die Öffnung und das Fliessen lassen der Gefühle und die Wachheit und Lebendigkeit des Geistes. Im Spielen erlangen wir eine neue, freiheitliche Haltung uns und der Welt gegenüber. Eigene Grenzen werden erkannt und erweitert. Vor allem aber öffnet sich uns ein kreativer Raum, in dem Entwicklung, Veränderung und Wachstum möglich ist.

Mein Ansatz ist daher ein ganzheitlich- künstlerischer. Die künstlerische Form – „wir spielen ja nur Theater“ – wahrt dabei auch die Distanz und bietet Schutz. Die therapeutische Wirkung geschieht dabei bewusst als Nebeneffekt des künstlerischen Prozesses.

Ansätze und Wirkungsweise

Ich arbeite mit Einzelpersonen oder Gruppen, jeweils individuell und nach ihren Bedürfnissen. Die Arbeitsgrundlage bilden Mittel und Methoden des Theaterspiels:

  • Klang und Stimme: Räume entstehen lassen, das (Zu)Hören lernen, die Kraft der eigenen Stimme wahrnehmen
  • Improvisation: Sich trauen spontan zu sein, JA sagen und eigene Blockaden erkennen, Lebendigkeit und Freude spüren, Neues wagen
  • Freies Schreiben: Selbst Erlebtes und Erfundenes bewusst mischen und damit sein eigenes Drehbuch des Lebens kreieren
  • Freier Tanz: Erleben von Ganzheit und Lebensrhytmen, Lebendigkeit und Leichtigkeit
  • Präsenz im Raum: Anwesend sein mit Körper, Seele und Geist, den Moment aushalten, eigene Ausstrahlung und Wirkung wahrnehmen 
  • Sprachübungen: Die Kraft von klarer und artikulierter Ausdrucksweise  
  • Sensorische Arbeit: Die eigene Wahrnehmung schulen und lernen sich in jemand anderen einzufühlen, nonverbale Mittel der Kommunikation
  • Figurenarbeit: in unterschiedliche Rollen schlüpfen, innere, teilweise ungeliebte Anteile entdecken und in einer Theaterfigur zum Leben berechtigen
  • Statusspiele: Beziehungsmuster erkennen, als Grundlage für Konfliktbewältigung 
  • Rollenspiele: Neue Verhaltensmuster und alternative Handlungsweisen erproben
  • Entwicklung von eigenen Spielszenen/Theaterstücken: Stärkung durch die Gruppe erleben, gemeinsam etwas erschaffen, lernen zusammen zuarbeiten und Verantwortung zu tragen, Kommunizieren der eigenen Bedürfnisse

Die therapeutische Wirkung des Theaterspiels zielt in diesem Sinne auch nicht auf die Heilung von Symptomen. Vielmehr geht es darum, nachhaltig einen Weg zu bereiten, verschiedenen Aspekte der eigenen Persönlichkeit kennen- und schätzen zu lernen. Dadurch verändert sich die eigene Haltung und Denkweise. Eigene Schwächen und Ängste verlieren ihre negative Bewertung und werden zu wichtigen Wegweisern, um in unbekannten Situationen lebendig und authentisch zu agieren.